Haben Sie eine Affäre?
- Daniela Rath-Müller
- 7. Nov. 2024
- 8 Min. Lesezeit

Wie entstehen Affären? Ist der Mensch einfach nicht für Monogamie geschaffen? Und warum macht man sich das dann nicht einfach aus: "Hey, du bist super, aber mit einem Dritten wär's noch viel besser"? Oder ginge dadurch der Reiz des Verbotenen verloren? Und was ist dran, an diesen Polyamorien und offenen Beziehungen? Sind womöglich sie der Schlüssel für ein glückliches und sexuell erfülltes Leben?
Ich lerne ja doch relativ viele Menschen kennen, und sehr viele haben mir bereits ihre Geschichten erzählt. Als ich ein kleines Mädchen war, dachte ich mir immer, wenn mir zwei Menschen als Paar vorgestellt wurden, dass diese auch glücklich sein mussten miteinander. Und zusammen alt werden, sodass der eine dem anderen das Händchen hält, wenn er seine letzten Atemzüge tut. Ganz schön naiv, oder? Heute sieht man sie nur mehr ganz, ganz selten, diese alten, runzligen Paare, die mit über 70 oder 80 Jahren noch Händchen haltend spazieren gehen. In meiner Jungend hörte ich auch einige Male: "Schauen darf man, gegessen wird zu Hause". Mittlerweile schauen die Menschen aber nicht mehr, das heißt, sie schauen nicht mehr auf ihre Partnerschaft, sondern eben wo anders hin, nach außen. Und auswärts gegessen wird augenscheinlich immer öfter. Aber warum ist das so? Haben wir es verlernt, worum es in der Liebe geht? Oder sind wir einfach nicht mehr fähig, an einer Partnerschaft zu arbeiten, und nicht alles hinzuschmeißen, wenn mal etwas nicht perfekt ist? Oder haben wir in Wahrheit die falschen Ansichten und sollten uns wirklich einfach locker schrauben von all diesen monogamen Vorstellungen?
Das klassische Modell der Mann-Frau-Beziehung ist schon noch immer das gängigste, aber immer öfter trifft man auf Paare, die eine ganz andere Form leben. Beginnen wir zunächst mit der offenen Beziehung. Von außen betrachtet könnte man meinen, dass es sich hierbei um ein Paradoxon handelt, denn wie kann es eine Beziehung sein, wenn sie offen ist? Aber der zweite Blick verrät, worum es dabei wirklich geht. In einer solch offenen Partnerschaft sind genauso zwei Menschen in einer Beziehung. Sie teilen Tisch und Bett miteinander, fahren oder fliegen auf Urlaub, bekommen oft auch Kinder zusammen - von außen gibt es also keinen erkennbaren Unterschied zu "normalen" Paaren. Das einzige, was sie davon unterscheidet, ist, dass sie auch mit anderen Menschen sexuell intim werden dürfen. Dafür gibt es natürlich ganz unterschiedliche Regeln, die sich jedes Paar selbst ausmacht (nur mit Menschen, die der andere für einen ausgesucht hat, oder niemanden aus dem Bekanntenkreis, nicht im gemeinsamen Haushalt, nur mit Kondom etc). Wenn man mit solchen Paaren beginnt, ehrlich über ihre Erfahrungen zu sprechen, dann werden zunächst die positiven Aspekte betont: Man kann sich sexuell austoben, die Häufigkeit muss nicht dieselbe sein, man kann experimentieren, wozu der andere nicht bereit ist, Stichwort befreite Lust. Und sollten wir nicht alle wieder viel lustvoller werden? Stecken wir nicht viel zu sehr in solch unnachgiebigen Rastern, die zunehmend zu Gefängnismauern werden?
Also auf den ersten Blick klingt das wie die Lösung! Warum machen wir das eigentlich nicht alle? Naja, wer hinter diese Fassade blickt, erkennt dann schnell die zweite Seite: Eifersucht kann bei vielen eine Rolle spielen, vor allem, wenn einer weitaus öfter auswärts "isst", als der andere. Und die Wahrscheinlichkeit, dass sich einer von beiden in einen anderen verliebt, ist leider auch sehr viel höher, denn evolutionsbedingt ist es doch so, dass es uns Menschen dorthin zieht, wo die Chemie passt. Und wo wenn nicht beim Sex merken wir, dass diese passt, oder eben auch nicht? Wenn man weiter kramt, kommt man vielleicht zu der Frage: Warum braucht man diese Offenheit in der Partnerschaft? Liegt es alleine am Sex, dass der einen nicht ausreichend befriedigt? Ist es, weil man nicht nur mehr mit ein und derselben Person intim sein möchte? Oder stimmt eben grundlegend etwas nicht innerhalb dieser Beziehung, aber man hat es sich zusammen schon so schön gemacht, oder, oder? Für Menschen, die nicht treu sein können bzw wahnsinnig viel Sex- und Partner brauchen, eignet sich diese Variante vermutlich ganz gut, für die Normalos unter uns wird es eher suboptimal auf Dauer sein. Aber das ist nur meine Meinung! Bitte schreiben Sie mir Ihre Meinung oder Ihre Erfahrung zu diesem Thema, ich würde mich sehr freuen!
Das nächste sind die Polyamorösen, die gleich in ganzen Gruppen sexuell ihren Spaß haben können. Vor einigen Jahren habe ich dazu einen Bericht im Fernsehen gesehen, der auch mehrere Seiten beleuchtet hat. Der hat mir gut gefallen. Auch hier wurden die Menschen interviewt, mit wie vielen sie Sex haben, und warum sie das so machen? Ob es da keine Eifersucht oder ähnliches gäbe. Und die erste Hälfte dieser Reportage drehte sich wieder einmal um die positiven Aspekte der Polyamorie. Um es nicht zu lange werden zu lassen vögelt jeder mit jedem, wobei auch hier jeder seine "Lieblingsmitspieler" hat, wenn Sie sich auskennen. Man kann sich das wie in einer Kommune vorstellen. Teilweise laufen die auch den ganzen Tag nackt herum - nicht, dass mich das stören würde, aber gerade, wenn Sexualität so wichtig ist für einen, geht dann nicht der Sinn der Erotik verloren, wenn ständig alle nackt sind und womöglich noch an sich selbst oder beim Kaffee trinken am Nachbarn herumspielen?? Der Grat zwischen hochmodern, weil sie so aufgeschlossen sind, auf diese vom Menschen vorgegebenen Fesseln pfeifen und zurückgeblieben, weil diese niedersten Instinkte so wichtig für sie sind, ist ein sehr schmaler.
Wenn man sich vorstellt, dass man sexuell total ungebunden ist, dass man alles mit jedem (der das natürlich auch will) machen kann, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben, ist das schon keine fürchterliche Vorstellung. Die Lösung und Freiheit zum Thema Sexualität wäre vielleicht ein guter Schritt, aber was macht das mit unseren Beziehungen? Würde nicht automatisch ein gewisses Maß an Unverbindlichkeit mit dieser Form einhergehen? Wenn man das jetzt ganz plakativ herunterbricht, und bitte verzeihen Sie mir, wenn ich damit in ein Wespennest steche, aber: Wenn ich mir vorstelle, man stößt alleine auf so eine Kommune, dann kann das anfänglich vermutlich sehr verlockend wirken, denn es gibt keine Eifersucht, zumindest augenscheinlich. Stellen wir uns das ganz konkret mit einer Frau vor! Diese kann also einmal bei dem im Bett liegen bleiben und einschlafen, und am nächsten Abend bei einem anderen Mann, oder auch Frau, je nach dem. Diese Menschen können das ihrerseits aber natürlich auch tun, denn niemand ist irgendwem verpflichtet. Und wenn diese Frau dann zu ihrem Lieblingsspielgefährten geht, der aber gerade besetzt ist, im wahrsten Sinne des Wortes, dann wird das auch für Enttäuschung sorgen, zumindest früher oder später. Ob das auf Dauer glücklich macht, wage ich zu bezweifeln. Für Weltenbummler und Freiheitsliebende mag so etwas funktionieren, aber ich persönlich denke, dass auch dieses System für den Otto-Normalverbraucher auf lange Sicht nicht gut sein wird. Aber bitte, schreiben Sie mir Ihre Ansicht dazu! Ich freue mich wirklich darüber!
Welches System sich allerdings über die Zeit für die Mehrheit bewährt hat, ist das der Affären. Sie werden jetzt entsetzt sein, oder auch nicht? Bevor wir darüber urteilen, sehen wir uns auch diese Form einmal näher an. Natürlich, bei dem Wort Affäre kommt einem vermutlich vieles in den Sinn, aber eher nicht: "Ja, das wünsche ich mir auch", oder "Ma, so eine gute Sache". Und auch ich bin jedes Mal wieder schockiert, wenn ich von jemand nahe stehendem erfahre, dass er sich genau dort befindet. Aber wenn ich dann weiter überlege, wird mir auf der anderen Seite sofort klar, dass das für viele Menschen (vor allem Männer) oft die einzige Möglichkeit ist, um noch irgendwo eine Erfüllung zu haben. Verurteilen Sie mich bitte nicht, weil ich das so denke, aber lassen Sie uns auch hier ein Beispiel hernehmen! Ein junger Mann hat eine Frau und mit dieser Kinder. Wie fast alle Paare haben auch sie ein gemeinsames Dach, unter dem sie leben. Wenn diese beiden Partner aber nicht zusammen passen bzw sich mit der Mutterschaft vieles ändert (Helikoptereltern), dann kommt es sehr, sehr oft zu einer Distanz zwischen den Eheleuten. Irgendwann ist diese Distanz so groß, dass man zwar nach außen noch immer wie ein Paar auftritt, aber ansonsten gibt es keine Gemeinsamkeiten, keine Zärtlichkeiten, und auch keinen Sex mehr. Und so banal es klingen mag, aber Sexualität gehört zu uns Menschen dazu! Für jeden in einer anderen Intensität, aber sie gehört dazu! So, und wenn Mann sich dessen bewusst ist, dass er alles verlieren wird, wenn er es wagt, seine Frau zu verlassen, dann kann man es vielleicht auch ein bisschen besser nachvollziehen, dass solche Männer sich auf eine Affäre einlassen. (Lesen Sie dazu meinen Blog-Beitrag: die Wut der Frau) So kann Mann ab und zu doch etwas Spaß und Nähe haben, er verliert aber weder sein Haus, seine Kinder noch sein Ansehen. Dass das keine saubere Lösung ist, darüber brauchen wir auch nicht zu sprechen, aber offenbar ist solch ein Betrug immer noch für viele der beste Weg. Inwieweit bzw wie lange Menschen mit dieser Art der Beziehung glücklich sind oder bleiben, steht auch auf einem anderen Blatt geschrieben. Oftmals bleiben Affären genau das, manchmal entstehen aber auch die schönsten und größten Liebesgeschichten daraus. Und bitte unterstellen Sie mir jetzt nicht, ich wäre für Untreue und heimliche Liebschaften, aber bevor wie jemanden deswegen verurteilen, sollten wir die Hintergründe und Motivationen erfragen. Mehr will ich gar nicht.
Was machen Sie jetzt aber, wenn nun genau für Sie weder eine offene Beziehung noch Polyamorie noch eine Affäre in Frage kommen? Naja, Sie können dann entweder alleine oder doch bei der klassischen Variante bleiben. Natürlich gibt es auch noch viele Zwischenformen, wie zB Sie haben zwar einen festen Partner, gehen aber mit dem swingen oder ähnliches, was wiederum Ähnlichkeit zur offenen Beziehung hat, aber auch nicht haben muss (wenn man sich zB ausmacht, dass man sich ausnahmslos zusammen mit anderen vergnügt). Und das Schlimme ist ja, dass es so viele Singles gibt, die unglücklich sind, weil sie keinen Partner haben, und umgekehrt gibt es genauso viele nicht-Singles, die unglücklich darüber sind, in einer Beziehung zu stecken, aus der sie nicht rauskommen. So oder so, ich geben Ihnen gerne Rat(h)schläge, damit Sie bald wieder glücklich werden!
Und an alle unglücklichen Singles da draußen: Bitte seid nicht unglücklich! Ihnen liegt die ganze Welt zu Füßen! Sie können alles machen, alles erreichen, und wenn Sie aufhören, im Außen nach irgendeinem Partner zu suchen, dann könnten Sie schnell feststellen, dass Sie im Inneren, nämlich ohne jemand anderen, fast genauso glücklich sein könnten. Natürlich fehlt dann immer noch dieser eine besondere Mensch, mit dem Sie kuscheln und vieles mehr könnten, aber der fehlt sowieso so lange, bis er da ist. Nur könnten Sie die Zeit, bis es so weit ist, viel glücklicher verleben und verbringen! Und wenn Sie erst einmal losgelassen haben, nämlich von dem Gedanken, Sie müssten jetzt einen Partner haben, und ohne einen können Sie nicht glücklich sein, dann werden Sie merken, dass dieser entweder schon die längste Zeit in Ihrer Nähe war, oder, dass er im nächsten Moment vor Ihnen stehen wird. Ich wünsche es Ihnen auf jeden Fall!
Und an alle, die unglücklich in einer Beziehung sind: Bitte kommen Sie zu mir! Ich helfe Ihnen gerne dabei, herauszufinden, ob sich ein Kämpfen noch lohnt. Und wenn ja, zeige ich Ihnen, wie Sie das richtig machen können, sodass Sie auch Erfolg damit haben! Und wenn sich ein Kampf nicht mehr lohnen sollte, dann erkläre ich Ihnen, was es zu beachten gibt, um möglichst keinen unnötigen Schaden zu verursachen, Sie aber trotzdem irgendwann wieder glücklich werden können. Also bitte, vereinbaren Sie einen Termin bei mir - es ist meine Berufung, Ihnen zu helfen!
In diesem Sinne alles Liebe!
Herzlichst, Ihre Daniela Rath-Müller
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