Die Liebe ist ein seltsames Spiel...
- Daniela Rath-Müller
- 16. Okt. 2024
- 5 Min. Lesezeit

Zum Thema Liebe habe ich bereits einiges geschrieben, und vermutlich wird auch dieser Beitrag nicht der letzte zu dieser Thematik sein. Heute würde ich gerne auf den Unterschied zwischen Liebe und Partnerschaft eingehen. Eigentlich sind das zwei Begriffe, die jedem geläufig sind, aber auf der anderen Seite dann eben auch nicht ganz.
Wie entsteht Liebe? Haben Sie sich diese Frage schon einmal gestellt? Warum habe ich mich ausgerechnet in diesen Menschen verliebt? Wissen Sie das? Sind das alles nur chemische Prozesse, oder ist da doch mehr dahinter?
Sie kennen das bestimmt. Sie sind gerade beim Einkaufen, Fortgehen oder tun sonst irgendetwas, und plötzlich tritt dieser vermeintliche Traummensch in Ihr Leben. Sie sind völlig verzaubert von der Erscheinung und möchten diesen Menschen kennen lernen. Sie spüren dieses erhebende Gefühl, mitunter sogar ein paar Schmetterlinge im Bauch: Ich gratuliere! Sie sind verliebt! Man verabredet sich, verbringt die schönsten Stunden, kann gar nicht genug voneinander bekommen. Leider hält diese Phase nur ein halbes Jahr bis Jahr an, dann verfliegt sie auch wieder, denn das Neue und Aufregende ist eben irgendwann nicht mehr so neu und aufregend. Wo die Verliebtheit sein Ende nimmt, kann dafür Liebe entstehen. Man hat den anderen nun schon etwas kennen gelernt, vielleicht sogar schon die eine oder andere Macke entdeckt, und zunehmend wird aus dieser anfänglichen Verliebtheit eben Liebe. Und haben wir diesen Zustand der Liebe erreicht, dann machen wir daraus eine Beziehung!
Wir wollen nun nicht länger getrennt voneinander wohnen oder schlafen, und auch nicht mehr nur auf Dates gehen, sondern man möchte sein Leben mit dem anderen teilen, zumindest meistens. Und am Anfang einer Beziehung ist natürlich auch noch alles wunderbar. Wenn Mann den Geschirrspüler völlig falsch einräumt, dann freuen wir Frauen uns meistens noch über seine Hilfsbereitschaft. Und wenn Frau immer alles ordentlich und sauber hält, dann freut auch Mann sich zu Beginn darüber noch. Gemein ist einfach nur, dass irgendwann der Alltag Einzug gefunden hat, und wir Frauen früher oder später einen gefühlten Herzinfarkt bekommen, wenn der Mann die kleinen Schüsseln in der Spülmaschine nach unten räumt, wo eigentlich die großen Töpfe und Pfannen hingehören. Und irgendwann empfindet auch der Mann die ständige Putzerei der Frau als übertrieben und lästig. Genau das ist der Unterschied zwischen Liebe und Partnerschaft! In einer Beziehung kann man viele Dinge ändern. Man sagt ja auch, eine Beziehung ist Arbeit! Aber an der Liebe kann man nicht arbeiten. Entweder, sie ist da, oder eben nicht. Und je mehr Liebe man für den anderen hat, umso weniger fühlt sich alles oder irgendetwas nach Arbeit an. Es wäre aber ein Umkehrschluss, anzunehmen, dass keine Liebe mehr vorhanden ist, "nur" weil man gerade viel Beziehungsarbeit hat! Das kann natürlich auch sein, muss es aber nicht.
Leider ist es doch so, dass die Liebe, so schnell sie manches Mal kommt, auch wieder gehen kann. Und wir haben weder auf das eine, noch auf das andere einen Einfluss. Aber in der Liebe wird es vermutlich nichts geben, was es nicht gibt. Es kann passieren, dass man sich in einen Menschen verliebt, diesen heiratet, und sich später in den eigenen Schwager oder Schwägerin verliebt. Es kann auch passieren, dass man jemanden, den man schon lange nicht mehr liebt, sich sogar hat scheiden lassen, irgendwann wieder liebt. Die absurdesten Sachen sind in der Liebe möglich! Wichtig wäre es, zu verstehen, dass man für die Gefühle per se nichts kann, aber wohl, wie man damit umgeht! Und da sind wir schon wieder beim Thema Beziehung. Wenn uns hier für die Wahrheit der Mut fehlt, egal wie abstrus diese Situation zu sein scheint, dann kann man jemandem, den mal einmal (sehr) geliebt hat, fürchterliche Schmerzen zufügen. Daraus können dann Wunden resultieren, die Auswirkungen auf die nächsten Partnerschaften haben können. Es kann aber natürlich leider auch sein, dass gewisse Verhaltensmuster aus unserer Kindheit herrühren.
Lassen Sie uns doch einmal zurück gehen. Unser ganzes Leben lang sammeln wir Erfahrungen, mitunter leider auch schlechte. Und je nach dem wie wir veranlagt sind, gehen wir anders mit Problemen oder Situationen um. Manche stecken gewisse Dinge besser weg, andere knabbern ein Leben lang an den selbigen. Daraus ergeben sich dann aber mitunter Verhaltens- oder Denkweisen, die uns selbst oder unserem Gegenüber schaden können, oder die schlichtweg unsere Beziehung sabotieren. Und hier gilt es eben, solche Muster zu erkennen und sie aufzubrechen. Und es kann natürlich sehr gut vorkommen, dass man sich solchen Dingen erst dann stellt, wenn man nicht mehr alleine ist bzw einen Partner gefunden hat, den man nicht verlieren möchte. Somit kann es dann durchaus zu Beziehungsarbeit kommen, weil einer von den zwei Menschen innerhalb seiner Beziehung beispielsweise eine Therapie macht und dadurch seine Altlasten abarbeitet, was wiederum sehr belastend für die Partnerschaft sein kann. Noch schlimmer ist es, wenn man seine Altlasten in die neue Beziehung mitgenommen hat. Das können natürlich Kinder von Verflossenen sein, die dann auch aktiv das gemeinsame Leben erschweren können, das können Krusten auf der Seele sein, die schlichtweg viel zu lange ignoriert wurden. Sie sehen also, nur weil man als Paar mal schwierige Zeiten hat bzw aktiv etwas für den Partner tun muss, heißt das nicht, dass da keine Liebe mehr ist! Im Gegenteil. Es zeugt sogar von großer Liebe, wenn ein Mensch bereit ist, die Seelenwunden des anderen gemeinsam aufzuspüren und dann besonders Rücksicht nimmt, um diese nicht (mehr) aufreißen zu lassen. So gesehen können also auch schwierige Zeiten gute Zeiten sein, und dann bringen sie uns einander auch näher. Das sind dann diese Krisen, die uns zusammenschweißen, wenn wir sie gemeinsam überstanden haben.
Und was macht man, wenn man vor lauter Seelenmüll keinen Weg mehr sieht? Wenn man nicht mehr weiß, wo hinten oder vorne ist? Wenn man so viel Schmerz in seinem Leben ertragen musste, dass man sich gar nicht mehr vorstellen kann, wie es denn ohne diesen wäre. Wollen wir vielleicht sogar ein gewisses Maß an Schmerz bei uns lassen, weil uns dieser einfach schon so vertraut ist?
Es ist so abgedroschen und banal, aber meistens hilft es wirklich, wenn man sich jemandem öffnen kann. Ehrlich über seine Probleme, Fehler oder Narben auf der Seele sprechen zu können, ist meist schon der richtige Schritt. Das kann ein guter Freund, ein Bruder oder eine Schwester sein, natürlich auch sein Partner. Wenn Sie allerdings entweder niemanden haben, mit dem Sie darüber sprechen wollen, oder Sie gar nicht wissen, wo Sie mit der Suche beginnen sollen, dann stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Rufen Sie mich an, machen wir uns einen Termin aus. Lernen Sie von mir, wie Sie Ihre Schatten in den Griff und endlich zurück ins Licht kommen und wieder frei und glücklich zu werden.
In diesem Sinne alles LIEBE.
Herzlichst, Ihre Daniela Rath-Müller
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