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Daria's Diary: 5 - Nicht jeder Geburtstag ist lustig


18. August 2014


Es war ein heißer Sommertag. Ben feierte seinen 25. Geburtstag. Dazu lud er zu einer Grillerei ein. Damals wohnte er bei Aileen, deren Eltern vor allem ihrer Tochter eine Eigentumswohnung nahe Wien zur Verfügung stellten. Sie war nicht allzu groß, aber für ein junges Paar auf jeden Fall mehr als ausreichend. Und sie kostete nichts.

Die Beziehung zwischen Ben und Aileen war von Anbeginn sehr schwierig. Aileen studierte Lehramt, hatte einen kleinen Job am Empfang in einer Arztpraxis und kam aus einem gut betuchten Haus. Ben machte eine Lehre als Installateur und hatte noch nicht so konkrete Lebensvorstellungen- oder ziele. Auch das Verhältnis zwischen Ben und Aileen’s Eltern war immer wieder etwas angespannt. Sie waren nicht begeistert, dass ein Arbeiter der Mann an der Seite ihrer Tochter sein sollte. Daria’s Bruder ließ sich aber nicht dreinreden.


Diese Beziehung war außerdem so schwierig, weil Aileen Ben bereits mehrfach betrogen hatte, weshalb die beiden auch schon länger getrennt voneinander waren. Daria’s um drei Jahre jüngerer Bruder zog dann immer wieder bei seinen Eltern in sein altes Kinderzimmer ein. Diese wiederum waren sich nicht sicher, ob sie ihn bemitleiden, oder sich für ihn freuen sollten, wenn Ben wieder ins Nest geflogen kam. Auch seine Eltern waren von Aileen sehr lange nicht angetan, denn die Schwiegertochter in Spe war für eine kurze Zeit Arbeitskollegin von Odette. Und als Victor mitbekam, wie sich Aileen bei der Arbeit aufführte, dass sie Odette mobbte, ja sogar privat richtig am Kieker hatte, da hatte sie eigentlich ausgespielt gehabt. Und nachdem Aileen auch mit Ben herum sprang, wie es ihr gefiel, Daria konnte sie auch nicht leiden, mochte eigentlich niemand mehr diese eingebildete, junge Frau, die nicht einmal viel hermachte. Ihre langen, kaputten, roten Haare hingen völlig ohne Konzept über ihre blassen, fast schon weißen Schultern. Ihr Gesicht war nicht wirklich hübsch. In ihren Augen konnte man ihre Boshaftigkeit erkennen, ihre Nase war riesig und hatte einen Zinken, die Zähne waren gelb, das Lächeln aufgesetzt. Und besondere Figur machte sie auch keine. Sie war zwar sehr groß, größer als Ben, aber ansonsten derart unweiblich, formlos und unansehnlich, dass keiner rund um Ben verstand, welchen Narren er an ihr gefressen hatte. Aber leider war es so. Aileen war ein richtig durchtriebener und intriganter Mensch, heute würde man Narzzist dazu sagen. Sie war am glücklichsten, wenn sie jemand anderem schaden konnte. Sie war also weder innen noch außen attraktiv, aber Daria’s Bruder erkannte das nicht.


Bei dieser Grillfeier in Aileen’s Garten lag diese große Trennung bereits wieder einige Zeit zurück. Daria’s und Odette’s Bruder sah aber zunehmend unglücklicher aus. Die drei Geschwister verstanden sich sehr gut, Daria und Odette waren ohnehin unzertrennlich. Ihr Bruder tat ihnen leid. Als Aileen mit der gekauften Geburtstagstorte für Ben kam, stellte sie diese einfach nur vor ihm ab, gratulierte offiziell, setzte sich dann aber wieder auf ihr Plätzchen zu ihrem “besten, schwulen” Freund und unterhielt sich mit dem. Ben bekam nicht einmal ein Küsschen von seiner Liebe, er konnte kaum unglücklicher aus der Wäsche schauen. Natürlich entging seinen Schwestern das nicht!

“Daria, Daria, hast du das gesehen?”, kam Odette förmlich zu ihrer Schwester gelaufen.

“Du meinst Aileen mit der Torte? Ja klar.”

“Und, was machen wir jetzt?”, fragte die Jüngere.

“Was willst du machen? Wir können ihn nur fragen, ob das wirklich sein Wunsch ist, mit dieser Frau eine Beziehung zu führen, die sich viel lieber mit allen anderen Männern vergnügt, Ben aber links liegen lässt. Nur zu seinem Geburtstag sollten wir das nicht machen”, meinte Daria.

“Da hast du sicher Recht”, pflichtete Odette bei.


Alle hatten ein Stück Torte gegessen, man saß im Garten beisammen und unterhielt sich. Plötzlich war von drinnen Musik zu hören. Aileen und ihr “bester, schwuler” Freund - in Wahrheit war er Mormone, das heißt, er durfte keinen Sex haben und hatte sich noch an andere, komplizierte Regeln zu halten - schlichen sich nach dem Tortengelage ins Wohnzimmer, drehten sich dort Musik auf und begannen heiß und innigst umschlungen zu tanzen. Und wenn man einmal davon absah, dass ER eigentlich keinen Sex haben durfte, und SIE eigentlich einen Freund hatte, dann war man sich sicher, dass da etwas lief zwischen denen.

“Sag mal, hat die einen Vogel?”, begann dieses mal Daria, über Aileen zu schimpfen.

“Ja, die spinnt doch komplett! Es ist Ben’s Geburtstagsfeier, und die hat nix Besseres zu tun, als zuerst unseren Bruder komplett zu ignorieren, und jetzt mit diesem Mormonenfuzzi fast schon herumzumachen?”, regte sich Odette mit auf.

“Da, sieh dir Ben an. Der ist richtig unglücklich”, zeigte Odette auf ihren Bruder. Die Schwestern sahen einander an und gingen dann zu dem Tropf hinüber.

“Na, wie geht’s dir?”, wollten beide Schwestern wissen.

“Eh alles prima. Das Bier ist kalt, die Steaks sind heiß, passt doch alles”, versuchte Ben alles herunter zu spielen und öffnete sich noch ein Bier.

“Ben, wir sehen dir doch an, wie unglücklich du aus der Wäsche schaust”, machte Daria eine kleine Pause. “Den ganzen Tag ignoriert sie dich, als sie dir die Torte überreicht hat, hat sie dir nicht einmal ein Bussel gegeben, und jetzt tanzt sie so mit diesem Mormonenhabschi?!”, zählte die Ältere auf. Für einen Moment sah es so aus, als würde Ben beginnen, zu weinen. Man sah förmlich, wie in ihm etwas zusammen brach, aber er bemühte sich nach Kräften, keine Träne zu vergießen. Stattdessen zuckte er nur mit den Achseln.

“Du solltest dir wirklich überlegen, ob sie die Frau ist, die dich glücklich machen soll bzw kann oder will”, riet Odette ihrem Bruder.

“Genau. Und es muss ja nicht heute und schon gar nicht sofort sein, aber du solltest ehrlich mit ihr darüber sprechen. Sieh dich doch an! Du wirst heute gefeiert. Du solltest gerade der glücklichste Mensch auf der Welt sein! Stattdessen sitzt du hier und kontrollierst, ob Aileen und ihr Habschi eh nicht anfangen zu schmusen”, formulierte Daria das Ganze noch etwas direkter. Ben zuckte wieder nur mit den Achseln. Die Schwestern nahmen ihren geliebten Bruder in den Arm und versuchten, ihn wieder ein bisschen aufzumuntern und abzulenken, damit er noch irgendwie seine eigene Party genießen konnte.


Später, als die Gäste gegangen waren, saß Ben noch eine Weile alleine in seinem Lieblingshocker im Wohnzimmer. Aileen kümmerte es gar nicht, wo er war, und was er machte oder wie es ihm ging. Sie lag bereits im Bett. Ben zermarterte sich den Kopf darüber, ob er seinen Kummer mit seiner Freundin besprechen sollte. Aber die Angst, sie zu verlieren, war einfach zu groß. Für Ben war sie die große Liebe, selbst, wenn er in Wahrheit schon lange nicht mehr glücklich war mit ihr. So saß er noch lange auf seinem Stuhl und sinnierte.


Dass Aileen, wenn sie das erfuhr, nicht begeistert sein würde, war den Schwestern schon klar, aber das nahmen sie in Kauf. Sie wollten ihrem Bruder sanft die Augen öffnen, in der Hoffnung, dass Ben die Beziehung zu Aileen überdenkt und sie hoffentlich beendet. Stattdessen sollte es aber anders kommen. Ben überwand sich zwar ein paar Tage später und sprach wirklich mit seiner Freundin, aber das Ende sollte ein anderes werden.


Ergeht es Ihnen ähnlich? Stecken Sie in einer Partnerschaft fest, von der Sie meinen, Sie dürften diese nicht verlieren, sind aber in Wahrheit schon sehr unglücklich? Oder wägen Sie noch ab, wie viel Gutes Sie noch in Ihrer Beziehung haben? Oder wissen Sie schon, dass Sie eigentlich da raus wollen, und Sie wissen nur nicht, wie? Dann rufen Sie mich bitte an und vereinbaren wir einen Termin! Ich helfe Ihnen wirklich sehr gerne!

Herzlichst, Ihre Daniela Rath-Müller

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