Blinder Hass
- Daniela Rath-Müller
- 2. Nov. 2024
- 6 Min. Lesezeit

Unterschiedliche Gefühle gibt es vermutlich so viele wie Sand in den Schuhen meiner Tochter. Meistens schreibe ich über die Liebe, weil ich persönlich der Ansicht bin, dass das das Wichtigste und Strebenswerteste auf unserer Welt ist. Aber heute möchte ich zur Abwechslung einmal über blinden Hass schreiben. Alleine diese Worte implizieren ja schon, dass man dabei etwas übersieht. Die Sicht des anderen? Den Blick für's Große und Ganze? Oder einfach nur die Liebe? Und woher kommt Hass eigentlich? Und sind wir ihm hilflos ausgeliefert, oder können wir etwas dagegen unternehmen? Diesen und weiteren Fragen gehen wir heute auf den Grund.
Haben Sie schon einmal gehasst? Ja? Wen oder was und vor allem: Warum?? Viele Kinder würden vermutlich meinen, sie würden Spinat oder anderes Gemüse hassen. Andere wiederum sind Arachnophobiker, aber haben diese Abneigungen wirklich etwas mit Hass zu tun?
Ja, ich bin schuldig. Ich habe schon einmal jemanden gehasst, und ich schäme mich dafür, solche Gefühle jemals empfunden zu haben. Ich war damals noch sehr jung und ging in die Schule. Durch einen Schulwechsel war ich neu in der Klasse und das absolute Ausschließie. Ich wurde den ganzen Schultag lang gemobbt, und das ging so weit, dass ich mir damals beinahe das Leben nehmen wollte, weil ich keinen Ausweg mehr sah. Auch konnte ich dieses unmenschliche Verhalten meiner Mitschüler nicht verstehen, denn ich hatte niemandem etwas getan. Und von der ganzen Klasse gab es eben eine Rädelsführerin, die sich dafür entschied, mir das Leben zur Hölle zu machen, die ich irgendwann begann, zu hassen. Am liebsten hätte ich ihr irgendetwas nachgeworfen, die Augen ausgekratzt. Ich hätte sie gerne genommen, durchgebeutelt, und sie gefragt, warum sie das tut! Ich hätte! Und damit sind wir gleich einem der wichtigsten Punkte: Wir sind unseren Gefühlen nicht machtlos ergeben! Wer intelligent und auch selbstreflektiert ist, der macht sich bewusst, dass es absolut nicht okay wäre, solche Dinge zu tun. Aber es kann trotzdem passieren, dass man sie mal denkt. In solchen Situationen ist es oft am hilfreichsten, man spricht mit einem Vertrauten über seine Gefühle. Und wenn man, so wie ich, eine der besten Freundinnen auf der Welt hat, dann spielt diese in Gedanken die absurdesten Vorstellungen mit Ihnen durch (von der Geburtstagstorte mit Durchfallmittel bis zum Benzinübergießen des Autos), macht Ihnen aber auch bewusst, dass dies eben nur böse und abstruse Gedanken waren, aber dass wir das auf keinen Fall machen! Aber nach solchen Gesprächen fühlen wir uns oft schon besser. Und was macht man, wenn man keinen solch Vertrauten in seinem Leben hat, mit dem man über Profikiller scherzen kann? Am besten kommen Sie zu mir! Mit mir können Sie nicht nur scherzen, sondern ich erkläre Ihnen die Mechanismen. Aber auch, wenn Sie gemobbt werden, oder Ihr Kind. Bitte rufen Sie mich an, vereinbaren wir einen Termin, sodass Sie aus diesem negativen Karussell aussteigen und irgendwann auch wieder für die Liebe bereit sein können. Das bringt mich zum nächsten Punkt.
Viele Menschen meinen, Hass sei das Gegenteil von Liebe, aber ich muss Sie enttäuschen, das stimmt so leider nicht! So einfach ist das dann eben doch nicht. In Wahrheit gehört Hass zur Liebe dazu. Sie glauben das nicht? Lassen Sie es mich anders erklären! Sind Sie der Ansicht, dass der Tod das Gegenteil vom Leben ist? Oder ist es nicht eher so, dass lediglich tot sein das Pendant zu lebendig sein ist? Gehört der Tod nicht viel mehr zum Leben dazu? Und so wie der Schatten zum Licht, der Tod zum Leben gehört auch der Hass zur Liebe. Leider, denn sie liegen ganz knapp beieinander. Es kann nicht immer nur die Sonne scheinen, es kann nicht immer nur bergauf gehen.
Als nächstes müssen wir unterscheiden, dass es doch unterschiedliche Formen von Hass gibt. In meinem Beispiel aus der Schule entstand der Hass auf Grund von tagtäglicher Quälerei. Sagen Sie Ihrer Pflanze jeden Tag, dass sie hässlich ist, und sie wird sterben. Auf der anderen Seite wissen wir aber, dass der Hass ein Teil der Liebe ist, aber wie entsteht dieser dann? Wenn wir lieben, dann geben wir meistens alles und kehren die beste Version von uns hervor. Wenn wir dann betrogen oder in einer anderen Hinsicht bitter enttäuscht und/oder verletzt werden, dann kann aus Liebe eben schnell Hass werden. Natürlich ist das auch ein bisschen Mentalitätssache. Während manche Menschen einfach ihre Wunden lecken und versuchen, wieder auf die Beine zu kommen, so haben andere das tiefste Bedürfnis, Rache zu nehmen. Oftmals sind das leider wir Frauen, die auf Rache aus sind. Und der Klassiker ist und bleibt: Er verlässt sie für eine Jüngere, und sie verkraftet dieses Ersetztwerden einfach nicht. Aber sind jetzt Rache und Hass dasselbe? Natürlich nicht, aber auch diese beiden kennen und nähren einander.
Bleiben wir bei meinem Beispiel: Ein Ehepaar hat Kinder, ein gemeinsames Haus, Schulden und keine richtige Partnerschaft und auch keinen Sex mehr, bis auf vielleicht zwei Mal im Jahr zu Weihnachten und zum Geburtstag - da kann Mann nur hoffen, dass er ein Sommerkind ist. Irgendwann läuft diesem Mann eine andere Frau ins Leben, meist jünger, hübscher und sexuell aktiv. Nach langem Überlegen überwindet sich der Mann, schenkt der Ehefrau reinen Wein ein, verlässt sie und versucht, seine neue Liebe zu leben. Normalerweise bleibt die zukünftige Exfrau im gemeinsamen Haus, der Vater zahlt Unterhalt für die Kinder und/oder Frau, oft verliert der Familienvater dann durch einen Scheidungskrieg noch den Job.
Rache ist nun, wenn die Exfrau diese Trennung nicht verkraftet und zum Beispiel versucht, mehr Geld vom Kindsvater zu bekommen. Rache ist es auch, die Kinder so weit zu manipulieren und sie dem Vater zu entziehen, bis sie selbst den eigenen Vater nicht mehr sehen möchten. Gibt es leider viel zu oft und ich persönlich bin der Ansicht, dass die Gesetzte hierzu dringend geändert werden müssen. Würde man nämlich im Gesetz verankern, dass gemeinsame Kinder grundsätzlich immer von beiden Elternteilen gleichermaßen betreut und versorgt werden würden (Doppelresidenz - leider bis jetzt nur eine Möglichkeit), dann gäbe es diese ganze Streiterei um Sorgerecht & Besuchszeitenregelung sowie Unterhaltszahlungen nicht. Wenn es vom Gesetz her so wäre, dass die Kinder Halbe Halbe bei Mutter und Vater sein müssen, dann würde sich vielleicht auch nicht mehr jede Frau von irgendeinem Mann schwängern lassen, weil, wenn's nicht passt, dann kann er gehen und soll gefälligst zahlen! Und nur, wenn es einen Elternteil gibt, dem die halbe Betreuungszeit nicht möglich ist (meist Vater wegen Arbeit), darf der sich quasi in Form von Unterhaltszahlungen freikaufen. Umgekehrt ist der Elternteil, bei dem das Kind bleibt (im Normalfall die Mutter), dazu verpflichtet, die Kontaktzeiten zwischen den Kindern und dem Expartner einzuhalten, ansonsten stünde ihr auch kein Geld zu! Würde man das im Gesetz verankern, ich schwöre Ihnen, es gäbe so viel weniger Streit vor Gericht wegen Unterhalt und Besuchsregelung.
Aber zurück zum Thema. Hass geht noch ein bisschen weiter. Man möchte dem Objekt der "Begierde" das Leben zur Hölle machen. Man missgönnt ihm seine neue Liebschaft, seine neue Familie. Man hasst die Vorstellung, dass ER mit IHR auch ein Haus baut, noch schöner, noch größer. Man versucht regelrecht, dessen Leben zu zerstören. Man will ihm alles nehmen! Der Rachedurst wird vermutlich irgendwann gestillt sein, spätestens, wenn sich der Exmann an irgendeinen Baum gehängt hat, vor lauter Verzweiflung, seine Kinder nicht mehr zu sehen, Psychoterror, ungerechtfertigt angeprangert und vielleicht sogar finanziell ruiniert zu werden. Dann hat die neue Frau an seiner Seite keinen geliebten Mann mehr, aber das Aussaugen der Exfrau hätte auch endlich offiziell ein Ende. Aber das riesige Loch, das dieser Hass im eigenen Herzen verursacht hat, das bleibt. Diese Menschen tragen oft keine Liebe mehr in sich. Sie haben auch nur mehr wenig Freude. Man würde sie vermutlich als verbittert, keifend und unangenehm beschreiben. Sie bekommen keinen Mann mehr ab, weil sie so viel Negativität ausstrahlen, dass jeder die Flucht ergreift. Und spätestens, wenn die eigenen Kinder in ernstzunehmenden Beziehungen stecken, dann zeigt sich erst, welchen Schaden diese genommen haben, weil sie neben ihrer rachedürstigen und/oder geldgierigen Mutter groß werden mussten und/oder keinen Kontakt mehr zum eigenen Vater hatten. Solche Kinder werden diese gestörten Verhaltensweisen ganz genau gleich ausleben, weil sie es ja nichts anderes kennen. Und eines ist auch klar: Man zieht an, was man ausstrahlt, man bekommt vom Universum zurück, was man jemand anderem wünscht. Wer Hass säht, wird Hass ernten! Die Frage ist nur: Wollen wir das? Wollen wir in einer Welt leben, in der jeder jedem alles missgönnt, sofort auf Rache aus ist, und der Hass regiert? Oder sollten wir nicht spätestens jetzt damit aufhören, dem Hass im eigenen Herzen Raum zu geben?
Sie wissen nicht, wie? Sie kennen jemanden, dem es genauso geht und nicht loslassen kann? Dann kommen Sie gerne zu mir. Sie müssen Ihr Leben nicht dem Hass widmen. Ich zeige Ihnen, wie Sie sich wieder frei für die Liebe machen, und so zu einem glücklichen Leben kommen können.
Herzlichst,
Ihre Daniela Rath-Müller
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